Messestand: „Grüne“ Auftritte für die Umwelt

Seit einigen Jahren überrollt uns eine Welle der Nachhaltigkeit. Es gibt grüne Messestände, klimaneutrale Veranstaltungen, Umweltsiegel, Zertifikate oder „Footprint-Carbon-Rechner“ – nie dürften Messeauftritte ökologischer gewesen sein als in der Gegenwart. Die künftigen Generationen werden es uns danken, aber natürlich ist das nur die halbe Wahrheit. Bei näherem Hinsehen erscheint vieles als alter Wein in neuen Schläuchen. Öko-Stände und Umweltforen hat es schon vor zwanzig Jahren auf Messen gegeben. Und manche uralten Erkenntnisse wie die Verwendung von Porzellan statt Pappteller werden heutzutage als nachhaltiges Handeln verkauft.

Um es auf einen Punkt zu bringen: Umweltschonendes Handeln ist wichtig! Betont (oder übertrieben) umweltschonendes Handeln macht wiederum verdächtig. Letzteres wäre auf Messen nicht unbedingt klug. Zwar heißt es „Tue Gutes und rede darüber“. Doch wer nur mit der Masse mittrottet, sammelt keine Pluspunkte – er liefert ja nichts Außergewöhnliches. Im Gegenteil: Er macht sich angreifbar, weil sein ganzes Handeln an seinem hohen moralischen Anspruch gemessen wird. Wer also nach einem übergrünen Messeauftritt hinterher mit dem spritfressenden SUV beim Kunden vorfährt, hat es wahrscheinlich schwerer als nötig.

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