Vereinigte Arabische Emirate: Die Wüste lebt

Wer aus dem Burj Khalifa hinabschaut, hat bei entsprechendem Wetter eine spektakuläre Sicht auf Dubai und darüber hinaus. Das höchste Haus der Welt ermöglicht einen Blick mit anderen Augen. Der Beobachter schaut auf eine aufstrebende Metropole, die – physisch betrachtet – auf Sand gebaut ist. Ob diese Betrachtung für einige Wolkenkratzer auch sinnbildlich zu verstehen ist, muss die Zukunft zeigen. Derzeit befindet sich das Emirat wieder auf einem guten Weg. Der wirtschaftliche Einbruch scheint überwunden und manche Kräne drehen sich wieder. Kurz gesagt: Die Wüste lebt!

In Dubais Messelandschaft ging es zuletzt ebenfalls aufwärts, wie die aktuellen Entwicklungen bestätigen. Möglicherweise hat die Krise eine realistischere Sicht auf die Dinge bewirkt. Noch vor ein paar Jahren wurde der Bau eines 300.000 Quadratmeter großen Messezentrums proklamiert. Ob es kommt, steht in den Sternen. Eine derartige Größenordnung wird in absehbarer Zeit kaum gebraucht. Derzeit ist das Dubai World Trade Centre der Dreh- und Angelpunkt der Messewelt in den Golfstaaten. Nahezu alle wichtigen internationalen Messen der Region finden hier statt – für zahlreiche Branchen. Es tummeln sich zahlreiche internationale Veranstalter, auch deutsche. Allein die Messe Frankfurt führt in Dubai elf Messen durch.

Neben Dubai hat sich das ölreichste Emirat Abu Dhabi zum zweiten wichtigen Messeplatz des Staates entwickelt. Führende Veranstaltungen gibt es hier unter anderem im Militärbereich und für den MICE-Sektor. Dritter Messeplatz ist Sharjah, das ein wenig das industrielle Herz der Vereinigten Arabischen Emirate ist. Allerdings sind die dort abgehaltenen Messen bei westlichen Ausstellern recht unbeliebt. Denn anders als in Dubai oder Abu Dhabi – wo in Hotels der eine oder andere Absacker getrunken werden darf – herrscht in Sharjah totales Alkoholverbot.

Was weitere interkulturelle Aspekte betrifft, geht es auf Messen in den Vereinigten Arabischen Emiraten vergleichsweise locker zu. Grundregeln für islamische Länder besitzen allerdings Gültigkeit, wie die Epoc Messe Frankfurt weiß 26. „Eine Begrüßung mit der linken Hand … ist für die anschließenden Gespräche nicht förderlich. … Einer deutlich erkennbar verschleierten Frau gibt man nicht die Hand, da diese dann eventuell höflich ablehnen muss.“ Zusätzlich gibt es „Dinge, die den geschäftlichen Erfolg nicht unbedingt fördern, … beispielsweise Themen rund um Religion und Politik. … Die Kleiderordnung bedeutet auf Messen kein Problem, da sich hier generell förmlich gekleidet wird. Frauen am Stand sollten sensibel genug sein und die Initiative der Gegenseite überlassen, beispielsweise beim Händeschütteln. … Business-Kleidung ist für Standmitarbeiterinnen zwingend erforderlich. … In der Regel reicht Englisch als Geschäftssprache völlig aus. Allerdings ist es eine Frage der Höflichkeit, ob ein Aussteller ausgewählte Drucksachen ebenso auf Arabisch anbietet. Eine gute Übersetzung wäre dann aber ein Muss.“

 

KOMPAKT

  • Die wichtigsten Messen der Vereinigten Arabischen Emirate finden in Dubai statt
  • Hier geht es vergleichsweise weniger streng zu
  • Aber die Grundregeln für islamische Länder sind zu beachten